370 Abschnitts. Im Dreißigjährigen Krieg erlitt die Burg schwere Schäden. 1695 lebte in der Burg ein För-ster, der für den 1.100 Morgen umfassenden Wald verantwortlich war. Der Burghof war an einen Halfen vergeben. Ein Pächter bewirtschaftete auch den zur Burg gehörenden Laubachshof und dessen Mühle. Karl Theodor Risch, der die Burg 1831 erworben hatte, ließ 1832 den Turm renovieren, zugleich aber die baufälligen Teile der Burg und 1833 auch die Kapelle abbrechen. Ihre 1793 gegossene Glocke fand in der Kapelle von Obliers einen neuen Platz. Gottfried Kinkel nannte die Burg in seinem Reisebericht eine unbedeutende Ruine.629 Durch Erbfolge ging die Burg an die Geschwister Scheib über. Louise Scheib ließ die Ruine Anfang des 20. Jahrhunderts sichern. Der Ausbau des Wohnturms und die Aufmauerung der äußeren Ringmauer versetzten sie ungefähr in ihren heutigen Zustand. 1924 verkaufte sie die Burg an den Düsseldorfer Industriellen Gustav Cramer. Zunächst erwog dieser den Wiederaufbau der Wensburg. Der von ihm mit den Planungen beauftragte Architekt Paul Schultze-Naumburg sprach sich aber gegen den Umbau der Ruine zu Wohnzwecken und für den Erhalt ihres eigentümlichen Charakters aus. Nach seinen Plänen ließ Cramer schließlich in den Jahren 1924 – 1926 das Hofgut Hospelt anstelle der älteren Anlage errichten. Von der Wensburg sind heute nur noch der 1832 renovierte Turm, Teile des inneren Mauerrings und die äußere Ringmauer mit ihren beiden spitzbogigen Toren zu sehen. Nach einem Brand in den 1980er-Jahren schreitet der Verfall unaufhaltsam voran. Gut Hospelt Foto: F.-J. Verscharen (2014) Paul Eduard Schultze, geb. am 10.6. 1869 in Naumburg/Sachsen, gest. am 19.5. 1949 in Jena, Architekt, Kunsttheoretiker, Maler und Publizist, errichtete repräsentative Landhäuser, Gärten und Schlösser, darunter 1913 – 1917 das Schloss Cecilienhof in Potsdam, erwarb sich Verdienste um den frühen Denkmalschutz, entwickelte sich dann jedoch zur zentralen Figur der Antimoderne und wurde schließlich zum führenden Vertreter der nationalsozialistischen Kulturideologie.
RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=