374 Münzen, Maße und Gewichte Im folgenden Abschnitt werden die im Text genannten Währungen, Maße und Gewichte erläutert. Meist stammen die Angaben aus der Mitte und dem Ende des 18. Jahrhunderts. Bis zur Übernahme des Rheinlandes durch die Franzosen wiesen diese jedoch unter gleichem Namen zum Teil erhebliche regionale und zeitliche Schwankungen auf. Für das kurkölnische Sahrbachtal dürften am ehesten die im Erzstift gültigen Werte gegolten haben, ein Einfluss der unmittelbar benachbarten Territorien ist aber nicht auszuschließen. Ist dadurch bereits die Vergleichbarkeit bei Maßen und Gewichten erheblich eingeschränkt, wird sie hinsichtlich der gebräuchlichen Währungen nahezu unmöglich. Schwankungen im Edelmetallgehalt der Silbermünzen haben immer wieder deren Verhältnis zu den in ihrem Wert stabil gehaltenen Goldmünzen schwanken lassen. Geldentwertungen waren die Folge, denen die Landesherren durch wiederholte Verrufungen zu begegnen versuchten. Dabei waren es meist die Landesherren selbst, die insbesondere in Kriegszeiten ihren erhöhten Finanzbedarf durch die Ausgabe minderwertiger Münzen, bei denen der Nennwert deutlich über dem tatsächlichen Metallwert lag, deckten. Auch ein Vergleich von Preisen ist durch die zum Teil erheblichen, regional aber durchaus völlig entgegengesetzten Preisschwankungen in Zeiten von Missernten oder besonders ertragreichen Jahren nahezu unmöglich. Währungen und Münzen Die im Rheinland gängigsten Münzen waren der auch Weißpfennig oder in der lateinischen Form Albus genannte Silberpfennig. Seltener im Geldumlauf war der aus Gold geprägte, wegen seiner ursprünglichen Herkunft aus Florenz auch Florin genannte Gulden. Bei der Steuererhebung diente er aber ebenso wie die alte Mark allein als Recheneinheit. Der Taler war eine großgewichtige Silbermünze. Größere Bedeutung erlangte er mit den Reichsentscheiden des 16. Jahrhunderts, die ihn als Reichstaler neben dem Gulden gleichwertig zur offiziellen Reichswährung erhoben. Von 1566 bis 1755 bildete der Reichstaler mit einem Feinsilbergehalt von 25,984 g die amtliche Währungsmünze des Reichs. 1 Reichstaler 1,5 Gulden 6 Mark 36 Albus 432 Heller 1 Gulden 4 Mark 24 Albus 288 Heller 1 Mark 6 Albus 72 Heller 1 Albus 12 Heller Kölner Pfennig: Erzbischof Philipp I. von Heinsberg (1168 – 1175) Rheinischer Gulden: Erzbischof Dietrich II. von Mörs (1429 – 1430) Fotos: Münzzentrum Rheinland
RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=