39 Die Wüstung Engelhäuser Hof31 Eindeutiger als bei der Fundstelle am Entenbach ist der Befund etwa 2 km talabwärts. Nicht weit von der Kreuzung der L 76 (bei km 4,5) und der nach Krälingen führenden K 31, gleich links vom Scheitelpunkt der ersten Kurve, sind im Strauchwerk Mauerreste verborgen. Sie stammen von dem vor 1768 wüst gewordenen Engelhäuser Hof. In den Altenahrer Kirchenbüchern der Jahre 1667 bis 1746 erscheint er in zahlreichen Eintragungen als Ingenhausen, Imbgenhausen und 1768 zuletzt in einer Karte als Hof Imtgenhausen. Hier ist er allerdings bereits nur noch als Hofplatz eingetragen gewesen. Für die Eigentümer war der verfallene Hof nur noch hinsichtlich der mit ihm verbundenen Rechte und Einkünfte von Interesse. Die Hofstelle ist noch heute als ein 20 x 40 m großes, allseitig aus dem Gelände herausgehobenes Plateau zu erkennen. Zum Sahrbach hin fällt es fünf Meter steil ab, zur Bergseite ist es durch einen Hohlweg abgetrennt. An dieser Stelle sind schon in den 1880er-Jahren Mauerreste und 1962 römische Dachziegel und Scherben gefunden worden. Reste seiner Flur sind in Form von Terrassenäckern noch erkennbar. Auch zu diesem Hof gehörte ein in den 1870erJahren oberhalb, in der Flur Am hinerschte Acker gelegenes Urnengräberfeld. Die Tranchot-Karte von 1809 zeigt keine Gebäude mehr, weist aber dem von Norden auf die Hofstelle zulaufenden Tal den Namen Eniges Hausener Thal zu. Bis heute ist der Name in den Flurnamen Am Engelhauser Berg und Am Empgeshauser Berg erhalten geblieben. Im Mittelalter gehörte der Hof mit 40 Morgen Äcker und Wiesen sowie 80 Morgen Wald zu einem Altenahrer Burglehen. Burglehen bildeten im Mittelalter die wirtschaftliche Grundlage der im Dienst eines Lehnsherrn stehenden Ritterschaft. Die aus solchen Lehen gewonnenen Einkünfte erlaubten den Rittern, die übertragenen militärischen und administrativen Aufgaben ohne Sorgen um die materielle Sicherheit wahrzunehmen. Burglehen konnten mit Erlaubnis des Lehnsherrn vererbt und verkauft, aber nicht weiterverliehen werden. Das oben genannte Burghaus selbst war nach den Zerstörungen des späten 17. Jahrhunderts nicht wiederaufgebaut worden, das mit ihm verbundene Burglehen blieb aber bestehen. Sein erster urkundlich erwähnter Inhaber erscheint am Ende des 14. Jahrhunderts mit Godfried Sack von Develich, der es 1425 an Wirich Kolve von Ahrweiler weitergab. Die Kolves gehörten, wie die eng mit ihnen verwandten Blankarts, zu den führenden Familien der Stadt. Die Übertragung scheint nur von vorübergehender Dauer gewesen zu sein, denn 1484 erfolgte die Belehnung Godfried von Cleebergs mit dem Burgsitz. Übertragung von Burg- und Kirchlehen Heidelberger Handschrift des Sachsenspiegels (um 1216 – 1220) Universitätsbibliothek Heidelberg, Cod. Pal. germ. 164, Bl. 001v.
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