40 Godfried von Cleeberg gab das Lehen an seinen Schwiegersohn Johann von Möllenark weiter, ihm folgte sein Sohn Christoph. Am Ende des 16. Jahrhunderts teilten es sich die Familien Schütz von Holzhausen und Wentz zu Niederlahnstein. Johann Heinrich von Wentz kaufte 1609 den von Johann Schütz gehaltenen Anteil. Seine Nachkommen konnten aber erst 1676 die Belehnung erreichen. Im Jahre 1733 kam es zu einer weiteren Erbteilung, 1754 gelangte das Lehen innerhalb der Familie von Wentz wieder in eine Hand. Letzter Inhaber war der kurtrierische Oberlandhofmeister Freiherr Johann Hugo von Kesselstadt, der das Lehen 1767 für 2.000 Taler gekauft hatte. Seine Belehnung erfolgte 1775 und wurde ein letztes Mal 1785 bestätigt. Die Wüstungen Eitgenbach und Nutzenbach32 Der aus dem Sahrbachtal bereits bekannte Eintrag Cour bzw. Couvent de templiers ruinée findet sich in der Tranchot-Karte nicht nur zwischen dem großen und dem kleinen Entenbach, sondern ein zweites Mal etwa 1200 m ssö. von Vischel am Zusammenfluss von Vischel- und Eisbach. Ob sich die beiden Namen Eitgenbach und Nutzenbach auf einen Hof oder auf zwei getrennt liegende Gebäudekomplexe in der Hand einer einzelnen Institution oder Person beziehen, ist nicht sicher. Die Quellen erwähnen den Hof 1485 als Aitgenbach, 1510 und 1582 unter den beiden Bezeichnungen Eitgenbach und Nutzenbach und einmal als ald hoff zur Eitgenbach. Sehr wahrscheinlich war er ursprünglich ein Lehen der Abtei Prüm. Im 15. Jahrhundert befand sich Eitgenbach im Besitz der von Meckenheim, zu Anfang des 16. Jahrhunderts gehörte es den von Brück, genannt Krailingen. Im 18. Jahrhundert lässt sich als Besitzer die Familie Herresdorf aus Köln nachweisen. Heute geben an dieser Stelle Reste eines Spitzgrabens und eines Walls den letzten Hinweis auf eine mittelalterliche Befestigungsanlage. Sie bestand aus einem künstlich aufgeschütteten Hügel mit einem darauf errichteten hölzernen Wohnturm, den eine Palisade und/oder ein Graben umgaben. Solche einfachen, Motte genannten Wehranlagen hatten sich seit dem 10. Jahrhundert von Frankreich aus verbreitet. Das Wort geht auf frz. Motte (Klumpen, Grassode, Hügel) zurück. Das Wort ist mit dem mhd. molt (Hügel) verwandt, das im heutigen Sprachgebrauch im Wort Maulwurf (mhd: Moltwarf) erhalten geblieben ist. Motten dienten ursprünglich oft nur als Rückzugsorte in der Nähe eines Herrenhofs, wurden im 11. bis 12. Jahrhundert aber die vom Landadel bevorzugte Wohnform. Sie dienten ihren Besitzern als befestigte Dauerwohnung und bildeten oft den Mittelpunkt einer kleinen Adelsherrschaft. Als die Burgen seit dem späten 13. Jahrhundert immer mehr zu einem Herrschaftsinstrument der Territorialherren wurden und diese selbst an strategisch wichtigen Punkten Burgen errichteten, entsprachen die alten Anlagen nach Lage und Ausstattung nicht mehr den neuen Erfordernissen und wurden aufgegeben. Die unterhalb der Turmhügel Motte mit Vorburg und Wassergraben Grafik: Wikipedia, Daniel Neisser, Wuppertal, 2009
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