41 angelegten Wirtschaftshöfe wurden dagegen in den meisten Fällen weiterbetrieben. Besonders gut erhalten geblieben sind solche Motte mit der Hardtburg bei Stotzheim (Kreis Euskirchen)33 und unmittelbar nw. von Gut Hospelt.34 Bei der Kartierung des Vischelbachtals durch Tranchot, der in die Karte noch ein größeres Gebäude, aber eben auch den geheimnisvollen Zusatz Couvent de templiers eingetragen hat, muss der Rittersitz Eitgenbach bzw. Nutzenbach bereits seit langer Zeit verlassen gewesen sein. Das frühe und hohe Mittelalter Was ist das Mittelalter? Unter dem Begriff Mittelalter (medium aevum) versteht man den Zeitraum zwischen dem Ende des Weströmischen Reiches und dem Beginn der Neuzeit. Den Begriff prägten italienische Humanisten im 14. Jahrhundert zur Kennzeichnung einer Übergangszeit, in der Wissen und Werte der Antike in Vergessenheit geraten waren. Die Wiederbelebung antiker Denkweisen und Stilformen in der Renaissance bedeutete nach dem Verständnis der Humanisten den Eintritt in eine neue, bessere Zeit. Aber erst 1688 benutzte der Gelehrte Christoph Cellarius aus Halle den Begriff zur Kennzeichnung einer Epoche, die ihm als dunkles, von Zerfall und Niedergang geprägtes Zeitalter galt. Noch heute werden in der Umgangssprache Denk- oder Verhaltensweisen verächtlich als „mittelalterlich“ bezeichnet, um ihnen besondere Rückständigkeit und einen Mangel an Aufklärung und Humanität zuzuschreiben. Andererseits betrachtete die Romantik das Mittelalter nach dem Untergang des Alten Reiches, den mit der Industrialisierung einhergehenden großen gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Umbrüchen und den nach den Befreiungskriegen enttäuschten politischen Hoffnungen verklärend als Idealzeit. Die Forschung erkennt dagegen heute die Eigenständigkeit des Mittelalters an. Antike, Christentum und germanische Tradition hatten sich zu neuen Formen in Gesellschaft, Kultur, Politik und Wirtschaft zusammengefügt. Vieles davon begegnet uns noch heute: Städte, Kirchen, Klöster und Universitäten entstanden im Mittelalter. Stadtgrundrisse und Bauwerke sind in ihren mittelalterlichen Anfängen noch heute zu erkennen. Die europäischen Staaten und deren jeweils spezifische Kultur entwickelten sich im Mittelalter, und der deutsche Föderalismus erklärt sich aus der Struktur des Alten Reiches. Orts-, Flur- und Personennamen, Feste oder Redewendungen sind lebendige Zeugnisse. Anwenden lässt sich der Begriff allein auf Europa und selbst hier setzen unterschiedliche Entwicklungen jeweils eigene Grenzen. So deutete sich in Italien das Ende des Mittelalters bereits mit dem Humanismus im frühen 14. Jahrhundert an, während sich vor allem in Osteuropa für das Mittelalter typische Strukturen bis in das 19. Jahrhundert erhielten. Im deutschsprachigen Raum wird das europäische Mittelalter seit dem 19. Jahrhundert in die drei Abschnitte Früh-, Hoch- und Spätmittelalter unterteilt. Die Glie-
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