45 Dörfer entwickelten. Spuren neuer Siedlungstätigkeit sind an der Ahr zunächst nur am Unterlauf des Flusses in Bachem, Heimersheim und Wadenheim, mit Freisheim aber auch in unmittelbarer Nähe des Sahrbachtals nachzuweisen. Ortsnamen, mit der Endung -heim sind ein typisches, wenn auch nicht eindeutiges Merkmal dieser Zeit. Einer zweiten, um 600 n. Chr. einsetzenden Phase gehörten weitere Orte dieser Namensgruppe an. Kennzeichnend für diese Zeit sind aber vor allem die Ortsnamen auf weiler (villare) und ingen. Hierzu gehört sehr wahrscheinlich auch Krälingen. Im 8. Jahrhundert folgen die Orte, deren Namen auf dorf und hofen/hoven enden. Wenig später erreichte die Besiedlung die Seitentäler der Ahr und die gebirgigen Regionen. Die in dieser Zeit angelegten Orte sind durch die Endungen bach, scheid, feld und au gekennzeichnet. Spätestens in diese Zeit fallen die Keramikfunde nahe der Tungenburg bei Vischel.37 Vom 6. bis 8. Jahrhundert nahm die Christianisierung der Ahrregion von Köln und Prüm aus ihren Anfang. Frühchristliche Gemeinden hatten sich bereits unter römischer Herrschaft in den Städten an Rhein und Mosel gebildet. Köln und Trier waren schon vor dem Eindringen der Franken zu Bischofssitzen aufgestiegen. Die Amtszeit der ersten Trierer Bischöfe bewegt sich in der Zeit zwischen 250 und 300 n. Chr., der Hl. Maternus ist um 313 als erster Bischof von Köln belegt. Die Bischöfe übernahmen die römische Verwaltungsorganisation, die damit auch zum Vorbild der fränkischen Verwaltungsgliederung wurde. Die kirchlichen Dekanate deckten sich annähernd mit den fränkischen Gauen, die ehemalige Grenze der römischen Provinzen Nieder- und Obergermanien trennte bis 1802 die Erzbistümer Köln und Trier. Durch die großen Klöster erfuhr das Land seine Kultivierung. Sie waren nicht nur Orte geistlichen Lebens, sondern zugleich Zentren abendländischer Kultur, Wissenschaft und Bildung. Schon früh gingen von ihnen Impulse zur Verbesserung von Landwirtschaft, Handwerk und Technik aus. Die Abtei Stablo/Malmedie ist z. B. schon kurz nach ihrer Gründung um 650 mit Besitz in Dümpelfeld, Hönningen, Remagen, Sinzig und Zissen nachgewiesen. Das Bistum Lüttich hatte Besitz in Karweiler, Kirchdaun, Remagen und Unkelbach. Zu St. Maximin in Trier gehörten Antweiler, Hoffeld und Nohn und das CassiusStift in Bonn war allein im Kreisgebiet in 18 Dörfern begütert. Die Karolinger und ihr Hauskloster Prüm38 In der Umgebung des Sahrbachtals war das 721 von den Vorfahren Kaiser Karls gegründete Kloster Prüm besonders reich mit Besitz ausgestattet. Die Abtei war 721 von der zum fränkischen Hochadel gehörenden Bertrada der Älteren und ihrem Sohn Heribert (Charibert) gestiftet worden. Ihre Familie war vor allem im Kölner Raum, am Niederrhein, an der Maas und rund um Trier begütert. Bertrada war eine Tochter des merowingischen Pfalzgrafen Hugobert und dessen Frau Irmina. Ihr Sohn war Graf von Laon im heutigen Frankreich. Auch Irmina und Bertradas Schwester Adela waren als Klostergründerinnen hervorgetreten. Schenkungen aus Irminas Besitz bildeten die Grundausstattung des Nonnenklosters Oeren bei Trier und der Abtei Echternach, Adela gründete das Nonnenkloster Pfalzel. Plektrudis, eine weitere Tochter Irminas,
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