Enges Tal und weite Welt

47 Die herausragende soziale Stellung von Bertradas Familie gipfelte schließlich in der Heirat ihrer gleichnamigen Enkelin mit Pippin dem Jüngeren (714 – 768), der 752 zum ersten König der karolingischen Dynastie aufstieg. Mit dem Aufstieg der Karolinger wurde das Kloster Prüm zum Familienkloster der fränkischen Könige ausgebaut. Die Ansiedlung von Benediktinermönchen aus St. Faron in Meaux bei Paris brachte zugleich eine Umgestaltung des Klosterlebens im Sinne der königlichen Reformpolitik. Das Jahr 752 wird daher als Datum der eigentlichen Gründung angesetzt. Im Mittelpunkt ihres Territoriums gelegen, galt es seither als Machtbasis der Karolinger, zugleich aber auch als religiöses, kulturelles und soziales Zentrum. Den Mitgliedern der Königsfamilie diente es als Ort der Erziehung, als Refugium und Begräbnisstätte. Die Karolinger, die ihr Herrschaftssystem in besonderer Weise auf Klöster wie auf die Kirche allgemein stützten, erhoben den umfangreichen Grundbesitz der Kirche zu eigenständigen, vor unmittelbaren Zugriffen weltlicher Gewalten geschützten Hoheitsbereichen (Immunitäten). Markt-, Münz- und Zollrechte sicherten die wirtschaftliche Unabhängigkeit. König Pippin und seine Frau Bertrada d. J. (Eltern Das Reich der Karolinger Grafik: Wikipedia, Wolperdinger

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