50 Die Grafen des Bonngaus lassen sich bis in die Zeit um 900 zurückverfolgen. Ihre Reihe beginnt mit Erenfried I. (gest. 907) aus dem mächtigen, zu dieser Zeit mit dem Königshaus der Konradiner43 verwandten Adelsgeschlechts der Ezzonen. Der Familienname geht auf die Koseform Ezzo, des in der Familie häufig wiederkehrenden Namens Erenfried zurück. Die Familie stammte vermutlich aus Sachsen. Sie stellte im 10. Jahrhundert zahlreiche Grafen im rechtsrheinischen Ruhr-, Keldachgau44 und Auelgau45 und linksrheinisch im Mühgau46, Zülpich, Bonn- und Ahrgau. Über insgesamt sieben Generationen sind die Ezzonen im Amt der Bonner Gaugrafen nachzuweisen. Andere Familienmitglieder stiegen zu Herzögen in Schwaben, Bayern und Kärnten auf. Als Pfalzgrafen von Lothringen nahmen sie von der kaiserlichen Pfalz in Aachen aus die Kontrolle über die königlichen Güter und Forsten an Rhein und Mosel wahr. Die Abtei Brauweiler gründeten sie als ihr Hauskloster. Der in der Urkunde von 948/964 genannte Graf Hermann lebte von etwa 929 bis 996. Zuletzt war auch er Pfalzgraf. Über seinen Sohn Ezzo (gest. 1035) und dessen Söhne Hermann II. (1035 – 1056 Erzbischof von Köln) und Otto II. (1035 – 1045 Pfalzgraf von Lothringen, 1045 – 1047 Herzog von Schwaben) gelangte der Bonngau schließlich an das Erzbistum Köln. Der Vertrag von 948/964 nennt ausdrücklich Wälder, Wiesen, Weiden, Mühlen, stehende und fließende Gewässer und zusammenfassend alles bebaute und unbebaute Land. Das Ehepaar entstammte der sozial angesehenen Schicht der Freien, die vor herrschaftlicher Willkür geschützt waren und das uneingeschränkte Verfügungsrecht Blatt 96 a des „Goldenen Buches“ mit der Abschrift der Urkunde von 948/964 und der Ersterwähnung von Kirchsahr (sarna) Stadtbibliothek Trier, Codex 1709
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