53 Kriegern überfallenen Handelsplätze (wic) zurückgehen oder auf Buchten (vik), in denen sie ihre Schiffe festmachten. Eine andere Erklärung stellt eine Verbin dung zu vigja her, was schlagen oder zerschlagen bedeutet. Ebenso bietet die südnorwegische Landschaft Viken im Bereich des Oslofjordes eine weitere Deutungsmöglichkeit und zugleich einen Hinweis auf das eigentliche Herkunftsland. Aus dieser Region wurden bereits zu Beginn des 6. Jahrhunderts vereinzelte Beutezüge unternommen. Zur Zeit Karls des Großen zogen Wikinger auf Betreiben der dänischen Könige gegen das fränkische Reich. Sonst lebten die Wikinger aber friedlich als Bauern, Fischer und Händler. Direkten Kontakt mit fränkischen Kaufleuten unterhielten sie in ihrer Siedlung Haithabu bei Schleswig unmittelbar an der Grenze zum Frankenreich. Erst der Rückgang der dänischen Königsmacht scheint einzelne Häuptlinge und Kleinkönige zu eigenen Kriegsunternehmungen ermutigt zu haben. Eine kampfbereite Gefolgschaft fanden sie im Kreise der zweitgeborenen Bauernsöhne, die bei der Vergabe des knappen Landes leer ausgegangen waren. Für ein Jahrhundert zogen sie mordend, brennend und plündernd durch Europa. Die ersten Nachrichten von Überfällen brachte das Jahr 793, als Wikingerschiffe vor der Ostküste Englands auftauchten. Vor allem die dortigen Klöster waren Ziel der Angriffe. Seit 799 traf es auch das Festland, besonders hart seit 834. Bevorzugtes Ziel war das im Rheindelta an der Gabelung von Lek und Krummem Rhein, nahe bei Utrecht gelegene Dorestad. Der Ort galt damals als der bedeutendste Handelsplatz am Niederrhein, von dem der fränkisch-friesische Handel nach England und Nordeuropa seinen Ausgang nahm. Vier Jahre lang wurde Dorestad regelmäßig heimgesucht. Nach der siebten Plünderung im Jahre 863 gaben ihn seine Bewohner auf. Schon 845 zerstörten die Wikinger Hamburg und zogen Anfang 863 über den Rhein bis Xanten. Nach der Zerstörung des Ortes legten sie auf einer Rheininsel bei Neuss ein befestigtes Lager an. Den Kern solcher Lager bildeten ihre auf den Kopf gestellten Boote. Sie waren auf den Sand- und Kiesbänken schnell errichtet und nahezu uneinnehmbar. Von hier aus unternahmen sie ihre Raubzüge in kleinen Trupps, denen die wenigen Einwohner der verstreut liegenden Siedlungen wehrlos ausgeliefert waren. Falls sich doch einmal Gegenwehr entwickelte, waren die Lager schnell verlegt. König Lothar II., der zu dieser Zeit über das karolingische Teilreich zwischen Maas und Rhein herrschte, konnte die Wikinger bis nach Friesland zurückdrängen. Nach zwölf Wikinger Miscellany on the life of St. Edmund England, Bury St Edmunds, (ca. 1130) Pierpont Morgan Library, New York, MS M.736 fol. 9v.
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