Enges Tal und weite Welt

58 auf die Lage und Inhaber der Güter und ungeklärte Rechtsfragen versehen. Mit der kommentierten Abschrift hat der Verfasser den Mönchen der klösterlichen Güterverwaltung offensichtlich die alten Rechte, die zu seiner Zeit allmählich an den mit Klostergut belehnten Adel verloren zu gehen drohten, ins Bewusstsein rufen wollen.51 Eine dieser 893 von Prüm beauftragten Kommissionen machte sich von Münstereifel aus auf den Weg.52 Die Mönche und ihre Begleiter erreichten, der Reihenfolge der Einträge nach zu schließen, zunächst Hospelt (Honespolt) und anschließend Effelsberg (Effelesbure). Sie hätten damit einen deutlichen Umweg in Kauf genommen. Möglicherweise sind sie aber auch über Effelsberg gekommen und haben die hier gesammelten Informationen erst nach der Niederschrift der in Hospelt erhaltenen Angaben nachgetragen. Der Weg führte die Kommission weiter über Pützfeld (Buczinsuuelt) und Kesseling (Keslighe) nach Lind (Linde), dann nach Kreuzberg (Cruceberhg) und von hier aus über Vischel (Wihsselle) weiter nach Ahrweiler (Aruuilre). Das Sahrbachtal scheint um 893 noch nicht erschlossen gewesen zu sein und wurde daher von den Prümer Mönchen umgangen. Erst der Vertrag von 948/964 lässt einen Vorstoß des Klosters in das Sahrbachtal zur Abrundung seines Besitzes erkennen. Kirchsahr und das Stift Münstereifel Das Stift Münstereifel53 Seinen weiter entfernt liegenden Besitz ließ das Kloster durch Propsteien verwalten, die nur mit wenigen Mönchen besetzt waren. Auch das um 765 an Prüm gelangte Münstereifel war als eine solche Propstei angelegt, 830 aber in ein eigenständiges Kloster umgewandelt worden. Prüm behielt sich allerdings das Eigentum über das auf seinem Grundbesitz errichtete Kloster vor. Münstereifel gehörte damit zu den Eigenkirchen.54 Das im 8. und 9. Jahrhundert entwickelte Eigenkirchenrecht erlaubte Laien oder Klöstern die Errichtung von Kirchen auf eigenem Grund (Allod) und gestand den Grundherren Eigentumsrechte daran zu. Sie bestanden insbesondere in der Besetzung der Priesterstellen. Für das Jahr 844 wird über die Neugründung des Klosters Münstereifel mit Burg, Stift und Stadt um 1723 (Codex Welser) HAStK, Best. 7101, Nr. 650, Blatt 12.

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