Enges Tal und weite Welt

62 gelegenen Burg Mürlenbach, am Ende des Jahrhunderts gingen mehrere Herrschaften verloren. 1347 und 1397 hatte der Trierer Erzbischof zugleich die Abtswürde inne. Als sich der Konvent um die Mitte des 16. Jahrhundert der Reformation zuneigte, fand der Erzbischof einen Anlass, die Fürstabtei 1576 mit Billigung von Kaiser und Papst ganz in das Erzbistum aufgehen zu lassen. Mit dem Niedergang Prüms löste sich auch das Stift Münstereifel zunehmend von Prüm. Seit dem 15. Jahrhundert blieb dem Prümer Abt nur noch eine Pfründe in Münstereifel und das Recht, den von den Kanonikern gewählten Dechanten zu bestätigen.67 Eine alte Frage unter Lokalhistorikern: Obersahr und Untersahr In der bereits erwähnten Urkunde von 1105 werden dem Stift alle Zehnten von den schon angelegten und von zukünftigen Rodungen übertragen. Unter den elf Orten nennt die Urkunde von 1105 auch Sarno inferiori. Der lateinische Ortsname ist mit Nieder- oder Untersahr zu übersetzen. Der Zusatz Sahr zum eigentlichen Ortsnamen legt die Vermutung nahe, dass es zu dieser Zeit bereits eine gleichnamige Siedlung am oberen Bachlauf gegeben hat. Das entsprechende Obersahr findet man tatsächlich in seiner lateinischen Form Sarne superior in einem Einkünfteverzeichnis der zur Erzdiözese gehörenden Kirchen aus dem Jahre 1308.68 Als Abschrift einer älteren Liste reichen die Einträge dieses Liber valoris genannten Buches bis in das späte 12. Jahrhundert zurück. Ober- und Untersahr waren zu dieser Zeit Sitz eines Pfarrers. In einer Urkunde von 137369 treten ein Pfarrer Mathias de Nedersarne und ein Pfarrer von Oversarne als Bürgen auf. Noch 1969 hat man fälschlicherweise Oversarne mit Burgsahr und Nedersarne mit Kirchsahr gleichgesetzt. Bereits die Lage der beiden Orte am Sahrbach steht aber im Widerspruch zu dieser Annahme. Zudem fehlt jeder weitere Beleg für Burgsahr als Pfarrort. Burg und Siedlung unterstanden vielmehr immer dem Pfarrer von Kirchsahr, während für das zur Unterherrschaft Burgsahr gehörende Freisheim dem Pfarrer von Vischel unterstand. Erst die 1440 überarbeitete und in dieser Form bis 1575 benutzte Fassung des Liber valoris hilft, mit späteren Nachträgen und Ergänzungen zwischen den beiden Pfarrorten zu unterscheiden. Aus dem Jahre 1510 stammt die Notiz: „Sarne superior, alias Huuerrodde“ Obersahr ist demnach iden- Die alte Houverather Kirche Foto: Elke Stute-Verscharen

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