66 abzuliefern. Sonst aber war er in der Wirtschaftsführung selbständig und konnte Überschüsse für sich behalten. Zum Effelsberger Herrenhof selbst gehörten 53 Joch Ackerland und Wiesen. Die Größe der Wiesen ist nur nach dem dort zu erzielenden Ertrag von zehn Fudern Heu näher bestimmt. Der genaue Umfang der landwirtschaftlichen Nutzfläche lässt sich allerdings nur annähernd bestimmen. Wie bei allen im Mittelalter gebräuchlichen Maßeinheiten zeigt auch das Joch von Region zu Region starke Abweichungen und dürfte im Verlauf der Zeit zudem unterschiedliche Festlegungen erfahren haben. Der Name geht auf das althochdeutsche Wort joh (zusammenbinden) zurück. Er stellt einen unmittelbaren Bezug zu der im Mittelalter üblichen Art der Bodenbearbeitung her, bei der paarweise mit einem Geschirr verbundene Ochsen den Pflug zogen. Im süddeutschen Raum galt das Joch noch bis in die jüngste Vergangenheit als landwirtschaftliches Flächenmaß. Hier umfasste es 0,33 bis 0,35 Hektar und damit das 1,3- bis 1,4fache eines Morgens. Ein Joch kann demnach als die Ackerfläche bezeichnet werden, die ein erfahrener Bauer mit einem Ochsengespann an einem Tag pflügen konnte. Dies entspricht dem in anderen Landesteilen gebräuchlichen Begriff Tagewerk. Ein Morgen bezeichnet dagegen die an einem kühleren Vormittag zu erbringende Pflugleistung. Die Größe eines Morgens entsprach jedoch nicht den heutigen 2.500 m2. Im kurkölnischen Raum umfasste ein Morgen 3171,6 m2. Morgen und Joch hätten sich dann wieder in etwa entsprochen. Der Effelsberger Hof gehörte mit seiner Wirtschaftsfläche zu den kleineren Herrenhöfen des Klosters, denn von Vischel aus wurden 181 Joch bearbeitet, zum benachbarten Hospelt gehörten 147 Joch und der größte Prümer Hof der Region lag mit 270 Joch landwirtschaftlicher Fläche und 53 zugehörigen Mansen in Rheinbach.84 Die kleinsten Herrenhöfe lagen mit einer Ackerfläche von 31 bzw. 35 Joch in Pützfeld und Kreuzberg, in beiden Fällen allerdings zusammen mit Weinbergen. Der Effelsberger Herrenhof, dessen Reste sich noch heute hinter dem Friedhof im Boden abzeichnen, muss schon vor 1222 an die Grafen von Are-Hochstaden gelangt sein. 1266 ist er an die Grafen von Bergheim-Jülich übergegangen. Seit 1471 wurde er nachweislich von einem Pächter bewirtschaftet. Mit der Verpfändung an die Herren von Wensberg wurde Ochsen unter Genickjoch (12. Jh.) W. Abel, I, 1 Ochsen vor Vierkantpflug (12. Jh.) W. Abel, II, 4
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