87 durch den etwas niedrigeren First deutlich von der Scheune und den darin untergebrachten Ställen abgesetzt. Die Jahreszahl 1673 am Türsturz des Schafstalls zeigt, dass das Wohnhaus ein älteres Gebäude ersetzt hat. Der Stall befindet sich in der Ecke der beiden Bauteile. Seine letzten Eigentümer waren Felix und Maria Olzem. Ernährung auf dem Land Für die arme Bevölkerung bedeutete Ernährung im Mittelalter nicht viel mehr als Nahrungsaufnahme. Etwa 3.500 bis 4.000 Kalorien musste ein Bauer täglich zu sich nehmen, um die schwere körperliche Arbeit leisten zu können. Hauptnahrungsmittel der Landbevölkerung war ein Brei aus Gerste, Hirse oder Hafer. Der Brei konnte auch zu Fladen geröstet werden. Hinzu kam einfaches ungesäuertes und ungesalzenes Brot. Seit dem 11. Jahrhundert stieg der Anteil an Weizenbrot, Dinkel wurde selten. Das helle, aus feinem Weizenmehl gebackene und gesalzene Brot konnte sich allerdings nur die adelige und bürgerliche Oberschicht leisten. In den Städten war das aus weniger fein gemahlenem Getreide hergestellte Brot verbreitet, die städtische Unterschicht und die arme Landbevölkerung ernährte sich von einem schweren, dunklen Brot mit einem hohen Anteil an Roggen und Hafer. In Mangelzeiten stieg der Anteil an Hafer. Zuletzt wurde das Brot mit Kleie, gemahlenen Erbsen und Bohnen oder Kastanien gestreckt. Gebacken wurde auf Vorrat. Das trockene Brot diente als Beilage und wurde morgens und abends in Milch oder Suppen gebrockt gegessen. Äpfel, Kirschen, Birnen, Pflaumen, alle Sorten von Beeren, aber auch wildwachsende Pflanzen wie Sauerampfer und Kapuzinerkresse, Nüsse, Bucheckern und Kastanien ergänzten das Nahrungsangebot. Eier waren in der bäuerlichen Küche selten. Sie gingen meist als Abgabe an den Grundherrn oder wurden auf den Märkten eingetauscht. Milch und Milchprodukte standen nur bei ausgeprägter Milchwirtschaft in nennenswertem Maße zur Verfügung. Dies gilt sicher für die Eifel. Die im Frühmittelalter vorherrschende extensive Schlachtung eines Schweins spätmittelalterliches Monatsbild Inschrift im Türsturz des Binzenbacher Bauernhofs Foto: F.-J. Verscharen
RkJQdWJsaXNoZXIy MTM5Mjg=