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ACHEN

CHIO 2017

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SPORT

STARKE KONKURRENZ AUS ÜBERSEE

Die Liste der Erfolge von Sandra Auffarth könnte vermuten

lassen, sie wäre ein

alter Hase

in der Vielseitigkeits-Elite der Welt.

Olympisches Gold (2012), WM-Gold (2014), EM-Gold (2011,

2015) und dem Deutschen Meistertitel Einzel (2016) zum Trotz

ist sie aber erst 30 Jahre alt. Ihr Erfolgs-Wallach

Opgun Louvo

,

kurz liebevoll

Wolle

genannt, kam bereits vor zehn Jahren als

damals Fünfjähriger zu ihr. Mit ihm will sie beim CHIO Aachen

2017 an den Start gehen, wo sie zuletzt 2015 in der Gesamt-

wertung Einzel den dritten Platz hinter Doppel-Siegerin Ingrid

Klimke (auf

FRH Escada JS

Erste, auf

Horseware Hale Bob

Zweite)

belegte. 2016 nutzte Auffarth die Soers nur als Test für Rio und

ritt die Gelände-Teilprüfung nicht mit, um

Wolle

zu schonen.

Wenn sie Freitag, 21. Juli, ab 8.30 Uhr in der Teilprüfung

Dressur und ab 17.45 Uhr in der Teilprüfung Springen sowie

Samstag, 22. Juli, ab 10 Uhr zur Geländeprüfung starten,

scharrt die Konkurrenz schon mit den Hufen. Während Sandra

Auffarth aufgrund der Verletzungspause ihres Spitzenpferds der-

zeit in den Top 50 der Welt gar nicht auftaucht, führte bei

Redaktionsschluss der Deutsche Michael Jung diese an. Der

nächste

Landsmann

folgt allerdings erst auf Platz 15 in Person

von Julia Krajewski. Die Ranglistenplätze zwei bis sechs hin-

gegen teilen sich in dieser Reihenfolge Andrew Nicholson

(Neuseeland), Phillip Dutton (USA), Mark Todd (Neuseeland),

Maxime Livio (Frankreich) und Christopher Burton (Australien).

Die Europäer haben also ohnehin Nachholbedarf...

www.chioaachen.de/de/programm/vielseitigkeit

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ACHEN

: Welche Nachwuchstalente haben Sie denn in petto?

Auffarth:

Viamant du Matz

ist genauso wie

Wolle

ein französisch

gezogener Wallach, jetzt achtjährig, der 2016 mehrere Platzierun-

gen im Zwei-Sterne-Bereich holte. Zudem bin ich mit

Daytona Beach

im Ein-Sterne-Bereich schon erfolgreich. Die Stute ist jetzt sieben.

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ACHEN

: In den vergangenen Jahren haben Sie so viel

erreicht. Gerade wurden Sie Nordsportler des Jahres und haben

aus der Hand des Bundespräsidenten das

Silberne Lorbeerblatt

erhalten. In Ihrem Garten steht ein goldenes Pferd, geschenkt

von regionalen Firmen. Wie bleiben Sie geerdet?

Auffarth:

Jedes Pferd, das man ausbildet, schreibt seine eigene

Geschichte. Jedes ist individuell. Dass ich Weltmeisterin bin, ändert

nichts daran, dass ich mich doch auf jedes Tier neu einlassen muss.

Eine neue Erfahrung war für mich auch der Geländeteil bei den

Olympischen Spielen in Rio, als ich mit

Wolle

ziemlich früh eine

Verweigerung hatte. Das kannte ich bis dato nicht. Er war einfach

übermotiviert, und da hatte ich Lenkungsschwierigkeiten. Trotzdem

ist unsere Aufholjagd belohnt worden, am Ende mit Team-Silber.

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: Sie werden als ungemein nervenstark beschrieben.

Eine ererbte Eigenschaft?

Auffarth:

(lacht) Keine Ahnung, meine Eltern sind allerdings auch

ziemlich cool.

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ACHEN

: Wie ist die Stimmung im Vielseitigkeitskader,

müssen Sie sich ständig den Kollegen – oder besser gesagt: der

Konkurrenz – gegenüber behaupten?

Auffarth:

Nein, wir verstehen uns gut. Für uns ist klar: Wenn man fit

und gut genug ist, ist man auch ganz oben mit dabei.