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MARCEL PHILIPP

Oberbürgermeister der Stadt Aachen

Die europäische Einigung ist erhaltenswert, weil

deren Errungenschaften die Lebensqualität der

Menschen – auch hier in Aachen – deutlicher

erhöht haben, als Kritiker es sehen wollen. Sie ist

aber vor allem unverzichtbar, weil unsere Gemein-

schaft seit Jahrzehnten Frieden und Miteinander

garantiert. Wer auf die vergangenen 60 Jahre seit

den Römischen Verträgen schaut, wird erkennen,

dass diese Qualitäten der EU weit größer sind als ihre Schwächen.

Und an den Schwächen können und werden wir arbeiten!

Warum ist die europäische Einigung trotz aller Probleme aus Ihrer Sicht unverzichtbar?

Diese Frage stellt B

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A

ACHEN

sechs Persönlichkeiten, die im Rahmen ihrer Tätigkeiten jeweils ganz

besondere Beziehungen zur Europastadt Aachen haben. Mit ihren Antworten stehen sie in enger

Verbindung zu den Werten des Internationalen Karlspreises und den Ansichten des Preisträgers 2017,

Timothy Garton Ash, Direktor des Zentrums für Europäische Studien an der Universität von Oxford.

PROFESSOR DR. MAX KERNER

Historiker, RWTH Aachen

Die europäische Einheit ist der Wegbereiter und

Garant für Frieden und Wohlstand und dürfte

trotz aller Krisen auch „die beste Vorsorge für das

21. Jahrhundert“ (Zitat Wolfgang Schäuble) sein.

Ein starkes Europa mit seinen unverzichtbaren

Wertvorstellungen wird sich in der globalen Welt

von heute erfolgreicher behaupten können als

die einzelnen europäischen Länder. Zu den tief-

gründigsten Eigenschaften Europas gehört die Weltoffenheit, die

uns hilft, unsere Zukunft nicht zu verlieren.

NEWS

/ DES MONATS

STADT

GEFLÜSTER

Foto: Stadt Aachen

Foto: Privat

Helmut Rüland

PROFESSOR DR. GÜNTHER SCHUH

Gründer und CEO der

e.GO

Mobile AG

In Aachen hat man schon sehr früh erkannt, dass

die Europäische Einigung viel mehr Vorteile für die

Bürger bringt, als sie Nachteile beinhaltet.

Die Vorteile sind vor allem wirtschaftliche und

damit auch soziale, da jedes noch so kleine Unter-

nehmen in der EU freien Zugang zu den Absatz-

märkten der anderen Länder hat. Damit gleichen

wir einen substanziellen Nachteil gegenüber

anderen großen Nationen aus, die von vorneherein schon größere

Heimatmärkte haben.

Foto: RWTH Aachen

MANFRED VON HOLTUM

Dompropst am Hohen Dom zu Aachen

Europa ist nicht nur eine politische Größe, nicht

alleine ein wirtschafts- und finanzpolitisches

Geschehen, Europa hat eine zutiefst geistige

Dimension. Aachen als Kaiserstadt, als die Stadt

Karls des Großen, steht für diese Seite Europas,

nicht nur von ihrer zentralen geografischen

Lage. Diese geistigen Linien kommen zusammen

in der Marienkirche Karls des Großen, dem

Aachener Dom. Er ist in seiner Gestalt Bild für die Einheit Europas,

für seine geistigen und geschichtlichen Wurzeln. Er steht als sicht-

bares Symbol für die Werte Europas, auch für eine hoffnungsvolle

Zukunft für die Menschen als Abbild des himmlischen Jerusalem.

Foto: Domkapitel/Schmitter

PROFESSOR DR. CHRISTIANE VAESSEN

Honorarkonsulin des Königreichs der Niederlande

Europa zu erhalten, sind wir unseren Kindern und

Enkeln schuldig! Meine Generation nutzt heute

alle Privilegien Europas: Diese sind Frieden seit

nun mehr als 70 Jahren, uneingeschränkte Reise-

freiheit ohne Grenzen, stabiles wirtschaftliches

Wachstum, aber auch interkultureller Austausch,

eine einheitliche Währung in weiten Teilen der

Europäischen Union und noch sehr vieles mehr.

Das alles gilt es jetzt unbedingt für die nachfolgenden Generationen

zu bewahren.

Foto: Privat

ANNE AX

Vorsitzende Partnerschaftskomitee Aachen-Halifax/Calderdale e.V.

Die größte Errungenschaft Europas sind 70 Jahre

Frieden. Durch das Schengen-Abkommen können

wir von einem ins andere Land reisen. Wer im

Grenzgebiet wohnt, wird auch den Euro schätzen.

Europa ist ein Erdteil mit vielen Einzelstaaten und

daher vielen Kulturen. Das macht es so spannend.

Aber viele Europäer fühlen sich in ihrer Kultur

durch Brüssel beschnitten, wollen keine Unifor-

mierung. Ob eine Gurke krumm oder gerade ist, macht im

Geschmack keinen Unterschied. Solche Entscheidungen müssen

nicht sein. Europa jedoch muss geeint erhalten bleiben, damit auch

der Frieden erhalten bleiben kann.

Foto: Harald Krömer

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